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Vor einiger Zeit hatte ich ein Beratungsgespräch mit einer Kundin. Nachdem wir schon über vieles geredet hatten, fing ich an zu erklären, wie man in der Niedrigzinsphase anfangen könnte flexibel Geld zu sparen. Sie fand den Vorschlag sehr gut und so kam es, dass wir mit einer Einnahmen-/Ausgabenrechnung begonnen haben, um zu ermitteln wie viel sie wohl monatlich sparen könnte. Ich muss dazu sagen, dass ihr Einkommen sehr gut ist, da sie einen Spitzenjob hat. So kam es, dass wir auf einen Sparbetrag von 600€ pro Monat gekommen sind. Das Ziel war es nun diese 600€ zu sparen. Wir hatten eine großzügige Einnahmen- /Ausgabenrechnung gemacht, sodass sie die 600€ für sich selbst locker beiseitelegen konnte. Nach dem ersten Monat hat es nicht geklappt. Nach dem zweiten auch nicht und im dritten Monat habe ich einen Anruf bekommen, ob wir nicht den Sparbetrag erstmal halbieren könnten. Das haben wir dann gemacht. Im ersten Monat danach kam wieder keine Sparrate zustande. Im zweiten auch nicht und im dritten Monat kam wieder ein Anruf, ob wir nicht auf 100€ pro Monat runtergehen könnten. Auch das haben wir dann gemacht. Und siehe da… Es hat geklappt…. Und das genau 2 Monate. Im dritten Monat bekam ich wieder einen Anruf.

Du wir müssen das mit dem sparen erstmal lassen. Ich habe mir jetzt eine neue Küche gekauft

Da war ich natürlich sehr erstaunt woher nun das Geld kam, also fragte ich sie ob sie doch was gespart hätte?! Aber nein… Sie ist zu ihrer Hausbank gegangen und hat sich einen Kredit über 23000€ geholt. Natürlich zu einem Zins von 7,99%. Als ich dann fragte wie hoch die monatliche Rate sei, sagte sie, dass es um die 600€ sind, weil sie mit dem Kredit auch schnell fertig werden will. In Zahlen heißt das, dass sie über eine Laufzeit von 48 Monaten der Bank ca. 4000€ an Zinsen schenkt. Geld was nieder zurückkommt. Besser wäre es gewesen die 600€ monatlich zu sparen, um sich ein finanzielles Polster aufzubauen, zumal die alte Küche noch im guten Zustand war. Die Gefahr die sie jetzt hat, ist das sie jetzt relativ schnell in eine Schuldenfalle bzw Dispofalle reinrutschen könnte. Das könnte zum Beispiel passieren, wenn eine größere Reparatur am Auto fällig wird oder der Kühlschrank zum Fernseher und zur Waschmaschine sagt: „Hey, wir gehen jetzt einfach mal kaputt.“ Plötzlich sitzt man wieder bei der Bank und bittet darum die Raten runterzusetzen oder den Kredit aufzustocken. In diesem Fall häuft man zwar Vermögen an, allerdings nicht das eigene, sondern das der Bank. Schöner wäre es gewesen, wenn man zuerst etwas Geld auf die Seite packt, ggf auch mit Zinsen, und sich dann eine Küche kauft. Wenn ihr eure finanzielle Situation vernünftig aufstellen wollt, dann bedenkt, dass ihr wenigstens 2-3 Nettogehälter zusammengespart habt und nach Möglichkeit nochmal 15-25% des Kaufpreises der jeweiligen Sache auf der Seite liegen habt. So ist es gesund, könnt auch in Extremsituationen, die das Leben für euch bereit hält einen kühlen Kopf bewahren und verfallt in keine Schuldenfalle.

„Was ihr auch mir eurem Geld macht – Hauptsache es bleibt gesund“