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Jeder hat es mittlerweile mitbekommen. Wirkliche Zinsen gibt es leider nicht mehr. Genau aus dem Grund müssen wir anfangen umzudenken. Zinsen, so wie wir sie kennen wird es eine längere Zeit nicht mehr geben. Wer könnte aber daran Interesse haben uns unsere Zinsen wegzunehmen? Richtig, der Staat bzw es sind eher die Staaten. Die Staaten haben nämlich im Moment eines gemeinsam. Sie haben riesige Schuldenberge. Allein Deutschland hat einen Schuldenberg von ca. 2,2 Billionen €. Schreibt euch die Zahl ruhig mal auf. Das ist eine Zahl mit 13 Ziffern. 2200000000000€ – Das ist ungefähr der Gegenwert von 100 Millionen Golf GTI. Das bedeutet bei 80 Millionen Einwohner in Deutschland, dass jeder von uns einen Golf GTI vor der Tür stehen haben könnte und zusätzlich noch ein Koffer mit Geld im Kofferraum liegt.
Wäre doch ganz nett oder!? Das sind die guten Nachrichten. Die weniger guten Nachrichten sind die ungedeckten Checks der Zukunft, wie zum Beispiel die Renten- und Pensionslasten die ja nicht wirklich rückgedeckt sind, die Transferleistungen in den sozialen Sicherungssystemen usw. Wenn man das noch dazu nimmt, dann hat man die sogenannte Implizite Staatsverschuldung und die Implizite Staatsverschuldung liegt bei ca. 199% unseres Bruttosozialprodukts. Die Schuldenlast ist also tatsächlich doppelt so hoch wie alles, was wir in zwei Jahren in Deutschland mit Waren und Dienstleistungen produzieren. Das ist, wie schon unsere 13-stellige Ziffer, einfach schwer greifbar oder!? Fakt ist, dass das ein Schuldenberg ist an dem wir alle „ran“ müssen. Da wir nun die Zukunft nicht kennen, lasst uns kurz in die Vergangenheit blicken. Die Eliteuniversität Harvard hat für eine Studie 3 Forscher damit beauftragt zu untersuchen, wie häufig die Länder in den letzten 200 Jahren eine ähnlich hohe Verschuldung hatten wie heute. Die Antwort lautete 26-mal. Das zeigt, dass das Schulden machen anscheinend zum Staatenwesen dazugehören, weil zum Beispiel auch die Verantwortlichen wiedergewählt werden möchten.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt aber auch, dass die Bundesrepublik Deutschland in den letzten 200 Jahren häufiger zahlungsunfähig war als Griechenland. Wenn wir 26 – mal so eine ähnliche Situation hatten, dann konnte man allerdings auch 26 – mal Anschauungsunterricht nehmen, wie lange es gedauert hat bis man diese Schulden auf ein Normalmaß reduziert hatte. Die sehr bedenkliche Antwort ist, im Durchschnitt 23 Jahre. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass wir schon 5 Jahre hinter uns haben. Das Schlimme daran ist, dass das ein Großteil unserer Bevölkerung anscheinend noch nicht weiß, denn ein Großteil des deutschen Geldvermögens sitzt jetzt seit 5 Jahren in einem „Zug“, der in die falsche Richtung fährt. Das ist zwar schön, weil man auch mal was Neues sieht, wenn man aus dem Fenster schaut, bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass wenn man jetzt umsteigt erstmal 5 Jahre braucht, um zum Startbahnhof zurückzukommen, um sich dann in die richtige Richtung zu orientieren. Wer das erst nach 23 Jahren merkt, muss erstmal 23 Jahre zurückfahren und nochmal 23 Jahre um eine Wertentwicklung zu generieren. Das bedeutet 3 x 23 Jahre, plus Eintrittsalter… Das könnte knapp werden, wenn man eine Wertentwicklung mit dem eigenen Kapital noch erleben will. Deswegen muss gehandelt und umgedacht werden. Stellt euch vor ihr seid auf einem „Bundesschatzbriefbahnhof“ und der \“Bundesschatzbriefzug“ fährt rein. Vorne auf dem Zug steht eine schöne 8%. Ihr steigt in den Zug ein und sucht euch einen schönen Platz. Zwischendurch kommt mal der Schaffner vorbei, verkleidet als Bundesfinanzminister, und reicht euch einen gratis Kaffee, den ihr genießen könnt. Danach könnt ihr wieder in Ruhe weiterschlafen bis der Zug am Ziel angekommen ist. Ihr steigt aus und beim Aussteigen seht ihr wieder den Schaffner der euch beglückwünscht, euch eurer Anfangskapital zurückgibt und euch noch einen fetten Zinscoupon zusätzlich in die Hand drückt.
Dieser Zug fährt seit fünf Jahren nicht mehr und trotzdem stehen immer noch viele Menschen an diesem Bahnhof. Das wird wahrscheinlich noch 18 Jahre dauern und daher müssen wir umdenken. Das ganze Dilemma wird einem erst recht bewusst, wenn man sich die Frage stellt, wie lange man denn für eine Kapitalverdopplung braucht!? Wenn man heute für ein Tages- oder Termingeld 0,5% Zins bekommt, was schon gut wäre, dann bräuchte man 144 Jahre um sein Kapital zu verdoppeln. Wenn man sich jetzt an dem Deutschen Aktien Index (DAX) orientiert und sich dieselbe Frage stellt, so ist die Antwort, im Durchschnitt ca. 9 Jahre. (zurückgerechnet bis auf das Jahr 1965) Alle 9 Jahre hat sich das Kapital in deutschen Aktien verdoppelt. Ob es jetzt wieder 9 Jahre sind kann ich euch nicht sagen, aber was ich euch versprechen kann ist, dass es weniger als 144 Jahre sein werden. Warum wir uns gezwungener Maßen mit Aktien beschäftigen müssen, zeigt auch ein Bild der aktuellen Rentenversorgung. Es wird ja immer gern behauptet, wir hätten heute die „goldene Rentnergeneration“. Das hört man immer wieder mal. Fakt ist aber 72% der Rentner haben eine Nettorente von ca. 1000€/Monat oder weniger. Nur diese Generation kannte auch noch Lebens- und Rentenversicherungen mit Überschussanteilen von 7/8 %. Das Problem ist, dass es diese Zinsen nicht mehr gibt und sie auch in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird. Deswegen müssen wir, ob wir nun wollen oder nicht uns das Thema „Aktien“ genauer anschauen und warum sollte man das nicht mit Geschäftsmodellen machen, die schon zum Teil seit über 100 Jahren funktionieren.

Das Aktien schwanken ist 1. bekannt und 2. gewollt. Volatilität/Schwankung ist nämlich der beste Freund des Sparplans. Fragt euch doch viel lieber mal, ob ihr gern einen Angestellten haben würdet, der für euch 24 Stunden am Tag umsonst arbeitet, weder Essen noch Trinken braucht. Würdet ihr den nehmen? Gibt’s nicht oder!? Doch, er nennt sich „Mr. Cost-Avarage“. Den kann sich jeder einstellen, denn der gute Mann profitiert für euch durch diese Schwankungen, wovor sich so viele fürchten. Was noch dazukommt, sind die Dividenden, die die Unternehmen zahlen. Die Zahlungen von Dividenden geht auf das Jahr 1602 zurück. Im Jahre 1602 wurde die Vereinigte Ostindien-Kompanie in Amsterdam gegründet. Die betrieben gute 200 Jahre lang extrem erfolgreich den Asiatisch-Pazifischen Gewürzhandel zwischen der Region Nord und Europa. Damit haben sie damals sehr viel Geld gemacht. Allerdings mussten die sich diese Marktanteile erstmal erkämpfen gegen die Portugiesen. Die Portugiesen hatten damals nämlich das Monopol darauf. Um den Portugiesen Konkurrenz zu machen brauchten sie damals erstmal sehr viel Geld, um erstmal eine Handelsflotte aufzurüsten. Soviel Geld hatten damals die Kaufleute aber nicht und so kam einer von ihnen auf die Idee, dass jeder der Anleger, der Eigenkapital zur Verfügung stellt, für diese Schiffe einen festen Betrag aus den Gewinnen der Gewürzschiffe erhält. Das nennt man heute Dividenden. Das machen heute noch Unternehmen. Grade die großen und soliden Unternehmen. Schaut euch die sogenannte Forbes-Liste an. Auf dieser Liste stehen die reichsten (gelisteten) Menschen der Welt, wie zum Beispiel Bill Gates, Warren Buffet oder auch einer der Mitbegründer von ALDI, Karl Albrecht. Stellt euch einfach mal die Frage, ob die das geschafft haben, weil sie vielleicht einen Dauerauftrag auf ihr Sparbuch gemacht haben oder haben sie doch vielleicht einen Bausparvertrag gemacht!? Ich denke, ihr kennt die Antwort und wenn ihr doch einen findet, dann schreibt mir. Diese Menschen haben erkannt, dass sie mit Schwankungen leben müssen, wie wir es auch aus unseren Leben kennen. Es ist nicht jeden Tag Sonnenschein. Es gibt auch mal nicht so schöne Tage. Auch der Strandkorbvermieter oder der Eisladenverkäufer macht keinen Umsatz, wenn der Juli komplett verregnet ist. Genauso wenig wie der Glühweinverkäufer auf dem Weihnachtsmarkt nichts verkauft, wenn 13 Grad und diesiges Wetter ist. Aber wenn sich das Geschäft nicht dauerhaft lohnen würde, dann würde es doch keiner machen oder!? Schwankungen sind daher das normalste von der Welt. So funktioniert ganz einfach gesagt die Wirtschaft. Das heißt am Ende des Tages wird es sich lohnen und ihr werdet euer Schmerzensgeld für eventuelle Ängste bekommen. Das eine ist die Forbes-Liste.

Das andere ist das Lotto spielen. Der Lottoschein und das Sparbuch haben auch etwas gemeinsam. In beiden Fällen muss man verdammt viel Glück haben, dass sich das Geld vermehrt. 1:140Mio. ist die Chance beim Lotto zu gewinnen. Man wird also eher vom Blitz erschlagen, als dass man im Lotto gewinnt. Wir haben in Deutschland doppelt so viel Lottospieler wie Aktionäre. Börsenaufzeichnugen, die bis auf das Jahr 1789 zurückgehen zeigen allerdings, dass man in 70% der Jahre plus gemacht hat und nur in 30% der Jahre ein minus gemacht hat. Das ist definitiv eine bessere Wahrscheinlichkeit auf Gewinn. Zum Abschluss noch einer der wichtigsten Dinge. Wenn ihr eure Geldanlage überdenkt, dann denkt bitte immer an eine Diversifikation, das heißt, dass ihr draufachten solltet eurer Kapital zu streuen, denn keiner von uns kennt die Zukunft. Das könnt ihr über Zinsen, Dividenden, Mieten etc. machen. Je breiter ihr eure Vermögensstruktur streut, desto besser. Viel Erfolg und denkt daran anders zu denken.

Was ihr auch mir eurem Geld macht – Hauptsache es bleibt gesund